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„Mein Fahrrad ist ein wildes Pferd…“

Wie sich Kinder im Straßenverkehr verhalten!
Ein paar nützliche Erläuterungen für Eltern und Leader:

Zur Vermeidung von Unfällen benötigen Kinder eine Reihe von Fähigkeiten und Fertigkeiten, die erst Schritt für Schritt im Laufe der Kindheit und der Jugend ausgebildet werden. Je nach Alter und Entwicklungsstand der Kinder sind die für die Bewältigung des Straßenverkehrs relevanten Fähigkeiten überhaupt nicht oder nur unvollständig vorhanden. Aus diesen Gründen geraten Kinder im Verkehr häufig in Gefahr.

Je nach Alter und Entwicklungsstand des Kindes sind diese Fähigkeiten überhaupt nicht oder nur unvollständig vorhanden. Die entwicklungsbedingten Besonderheiten von Kindern im Straßenverkehr lassen sich durch Verkehrserziehung nur teilweise kompensieren. Ein absolut "verkehrssicheres" Kind ist durch Verkehrserziehung nicht zu erzielen.
Ab ca. 8-10 Jahren sind Kinder in der Lage, die für das Radfahren erforderlichen psychomotorischen Leistungen (Gleichgewichthalten, Bremsen, Lenken, Spurhalten, Kurvenfahren usw.) zu erbringen. Zu diesen motorischen Fähigkeiten müssen aber auch noch eine Reihe von geistigen Fähigkeiten hinzukommen (Erkennen von Gefahren, Verständnis für den Straßenverkehr, Begreifen von Verkehrsregeln, Geschwindigkeitseinschätzung, usw.), die für eine sichere Teilnahme am Straßenverkehr erforderlich sind. Während die meisten psychomotorischen Fähigkeiten bei ausreichendem Radfahrtraining bis zum Alter von ca. 8 bis 10 Jahren ausgebildet sind, dauert die Entwicklung der zum Verständnis des Straßenverkehrs notwendigen geistigen Fähigkeiten noch bis zum Alter von ca. 12-14 Jahren an.

Unter ca. 8 Jahre

Jüngere Kinder (bis ca. 7 Jahren) können sich noch nicht in andere Personen hineinversetzen und ihre Absichten einschätzen; sie schließen von sich auf andere. Da sie selbst in der Lage sind, auf der Stelle stehen zu bleiben, gehen sie davon aus, daß auch Autos sofort anhalten können.

Deshalb verstehen sie nicht, daß ein Auto einen Bremsweg benötigt. Sie erkennen auch nicht, daß ein Auto abbiegen will, daß es bremst, usw. Wenn sie das Auto sehen, nehmen sie an, daß der Fahrer auch sie sieht. Die Verständigung mit den Autofahrern ist schwierig, sie können seine Zeichen nicht richtig deuten - und das kann zu verhängnisvollen Mißverständnissen führen. Autos werden "personifiziert", sie haben Augen (Scheinwerfer) und können die Kinder deshalb sehen - eine verhängnisvolle Fehleinschätzung (besonders bei Dunkelheit)!

Jüngere Kinder sind noch nicht in der Lage, mit anderen Verkehrsteilnehmern - insbesondere mit den Autofahrern - zu kommunizieren. Sie können Gesten und Zeichen noch nicht richtig deuten und deshalb kann es zu gefährlichen Mißverständnissen kommen.

Gefahrenerkennung und Sicherheitsbewußtsein: Kinder entwickeln erst mit ca. 8 Jahren ein vorausschauendes Bewußtsein für Gefahren im Straßenverkehr. Vorher erkennen sie die Gefahren entweder überhaupt nicht oder zu spät, so daß sie keine Möglichkeit mehr haben, der Gefahr zu entgehen.

Die Aufmerksamkeit von Kindern richtet sich spontan sehr stark auf nicht verkehrsbezogene Objekte (Tiere, spielende Kinder, Kiosk usw.). Ampeln, Fahrzeuge, Fußgängerüberwege usw. werden sehr viel seltener beachtet - sie sind für Kinder nicht interessant. Von den für sie interessanten Reizen lassen sich die Kinder häufig so stark ablenken, daß sie im Verkehr in Gefahr geraten.
Kinder lassen sich auch durch ihre eigenen Gedanken und Gefühle ablenken. So wird ein Kind, das beim Spielen gerade von anderen Kindern geärgert wurde und jetzt traurig oder wütend ist, den Straßenverkehr kaum beachten.

Die Schätzung von Geschwindigkeiten ist auch noch für ältere Kinder (bis ca. 10 Jahren) sehr schwierig.

Unter ca. 14 Jahre

Kinder unter ca. 14 Jahren können sich nicht auf zwei Sachen zugleich konzentrieren, sie können ihre Aufmerksamkeit nicht wie die Erwachsenen "teilen". Ein Kind, das z.B. mit einem Ball spielt oder an die Spielregeln denkt, ist nicht in der Lage, zur gleichen Zeit auf den Verkehr zu achten. Erst ab ca. 8 Jahren sind die Kinder fähig, sich auch über eine längere Zeit auf den Straßenverkehr zu konzentrieren. Voll ausgebildet ist diese Fähigkeit jedoch erst mit ca. 14 Jahren. Vorher lassen sich Kinder sehr leicht vom Straßenverkehr durch andere interessante Reize ablenken.

Verkehrsschild
Polizeiblatt-Kinder im Stra-337enverkehr.pdf Polizeiblatt-Kinder im Stra-337enverkehr.pdf  (~ 55 kb)
 
 

 winnig 17.06.2007




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